Die Freiwillige Feuerwehr Breiholz wurde im Jahre 1889 gegründet.

Gemeindevorsteher Claus Sievers und Gastwirt Detlef Struwe hatten die Aufgabe übernommen, Dorfbewohner für den Dienst in der Feuerwehr anzuwerben. War jemand bereit, sich für den Dienst in der Feuerwehr zur Verfügung zu stellen, bekundete er es durch seine Unterschrift. Die Gezeichneten wurden zum 10.Septeber 1889 in das Lokal von Detlef Struve zur Gründungsversammlung eingeladen. Anwesend waren:

Hardwig Rohse, Joh. Waacke, Hans Pahl, Peter Tams, Joh. Heit, Jürgen Kock, Claus Schulz, Jacob Carstens, Johann Wegener, Joh. Harder, Johannes Struvw, H. Thime, H.Greve, Johann Rohwer, Hans Wieben, Jürgen Lafrenz, This Struve, Hans Steen, Hans Volert jun. , Otto Holling, Heinrich Carstens, Jürgen Bock, Chr. Bleß, Tönnis Engellandt, Aug. Mollenhauer, Detlef Struve.

Zu Beginn der Versammlung wurden die Anwesenden mit den landeseinheitlichen Statuten bekanntgemacht. Grundlegend heißt es hier über Zweck und Aufgabe der Wehr:

Zweck der Feuerwehr: d ie freiwillige Feuerwehr besteht aus gesunden und kräftigen Männern, welche die Ehrenpflicht übernehmen, sich durch regelmäßige Übungen bei militärischer Disciplin die Gewandtheit, den Mut und die Ruhe anzueignen, welche nöthig sind, um bei Feuersgefahr möglichst und in zweckmäßiger Weise Hülfe bringen zu können.

Die anschließende Wahl erbrachte folgendes Ergebnis:
Hauptmann This Struve
Stellvertreter Jürgen Lafrenz
Schriftwart u. Kassierer Detlef Struve
Führer der Steigerabteilung Johann Wegener
Stellvertreter Tönnis Engellandt
Führer der Spritzenmannschaft Chr. Bleß
Stellvertreter Jürgen Bock
Spritzenmeister August Mollenhauer
Stellvertreter Kay Rönnau

Am 11. November wurde das Ehrengericht gewählt. Die Wahl fiel auf Johann Wegener, Jürgen Bock, H. Thun, Jürgen Sievers und Hans-Jürgen Pahl.

                                                                        

Anschließend wurden alle Wehrmitglieder durch Handschlag verpflichtet. Zum Abschluß folgte ein Umzug durch das Dorf. Der erste Feuerwehrball fand am 20. Dezember statt:

Es wurde nachmittags 1 3/4 Uhr im Dienstanzug auf dem Appelplatz (beim Spritzenhaus) angetreten, um 2 Uhr wurde mit Musik abmarschiert und ein Umzug im Dorfe gemacht und dann nachdem Festlocale marschiert, wo alsdann die Steiger- und Rettungsmannschaften und dann die Spritzenmannschaften einen Tanz für sich hatten, nachdem ging es gemütlich durcheinander, um 7 Uhr wurde auf dem Saal angetreten und jeder mußte zu Hause, um seinen Dienst- anzug abzulegen. Danach ging es in gemütlicher Stimmung mit vielen Tanzen und Reden bis an den frühen Morgen.

Der Feuerwehrball ist bis heute fester Bestandteil im Jahresablauf der Feuerwehr. Zeitweilig wurden sogar zwei Bälle veranstaltet, einer im Herbst als Manöverball zum Abschluß der Übungen und ein Wintervergnügen. Im Jahre 1895 wurde hierbei erstmals ein Theaterstück aufgeführt.

                                                            

Das Foto zeigt die neugegründete Breiholzer Wehr vor dem Gebäude der Kaiserlichen Post. In der oberen Reihe stehen die Steiger, ausgerüstet mit geschulterten Sicherungsseil und dem Karabinerhaken am Gürtel. Zu dieser Gruppe gehörten auch die beiden Feierwehrleute, die mit einer geschulterten Hakenleiter auf der Steigerleiter stehen. Die Reihen darunter zeigen die Spritzenmannschaft, im Giebelfenster sitzt der Schlauchführer. In der 2. Reihe von vorne sehen wir das ebenfalls 1889 gegründete "Musikchor". Im Vordergrund sitzt der Vorstand.

Neben den hier abgebildeten aktiven Feuerwehrmännern, waren folgende Einwohner als passive Mitglieder der Wehr beigetreten:

Claus Rohwer, Claus Vollert, Hans Vollert sen., H.D.Wegener, Claus Heit, Joh.Schulz, Hans Mumm, Hinrich Steen, Claus Sievers (Gemeindevorsteher), Jacob Rohwer, Jürgen Engellandt (Kätner), Thies Holling, Jürgen Carstens, Paul Glüsing, Hans Engellandt Wännb., Joachim Harder, H.Lütjens, Carsten Caviteno, Hinrich Reimers jun, Jürgen Gosch, Jürgen Kolb, Claus Engelland (Schiffer), Jürgen Thode (Gastwirt), Hans Engellandt (Schiffer), Jürgen Engellandt Müller), Jürgen Engellandt (Schiffer), Claus Junge, Claus Peters (Händler), Hans Hagge, Peter Hagge, Chr. Wegener (Schiffer), Jan Thode, Peter Niruhn.

An Ausrüstungsgegenständen besaß die gegründete Wehr eine Handspritze, die von 8 Personen bedient werden mußte und heute noch funktionstüchtig ist, diverse Schläuche, Leitern, Leinen, Panten und Eimer. Jedes aktive Mitglied hatte eine Uniform. Das Spritzenhaus befand sich schon in der heutigen Kirchenstarße. An einer dort stehenden Eiche sind noch die Vorrichtungen zum Trocknen der Schläuche nach einem Einsatz zu sehen.Aus dem Jahre 1896 wird berichtet, daß die Wehr jetzt über zwei Spritzen verfügte. Da diese durch Pferde gezogen werden mußten, bekamen die Bauern, die mit ihrem Gespann im Ernstfall zuerst beim Spritzenhaus waren, eine Prämie aus der Gemeindekasse. Zu den Übungen stellten die Bauern ihre Pferde abwechselnd zur Verfügung. Dies wurde noch im Jahre 1934 so gehandhabt, wie folgende Angaben zeigen:

2 29.04.34 Übung Gespann Kl.Lafrenz
3 24.05.34 Übung Gespann Hans Rohwer
4 29.06.34 Übung Gespann Albert Rathjen
5 12.07.34 Übung Gespann Ww. Sievers
6 31.07.34 Übung Gespann Detl.Sievers
7 23.09.34 Übung Gespann Hans Schulz
8  7.10.34 Übung Gespann Fr. Schäfer
9 14.10.34 Übung Gespann Ww. Sievers
10 24.11.34 Übung Gespann Ehler Mußfeldt

Anfang der 40er Jahre erhielt die Wehr ihre erste Motorspritze. Sie ermöglichte eine deutlich effektivere Brandbekämpfung, denn sie saugte das Löschwasser mit Motorkraft an.

Nach dem Krieg wurde der damalige Wehrführer Hans Jacob Rohwer vom Amtsvorsteher und dem Amtswehrführer beauftrag, die Feuerwehr zu aktivieren. Er sorgte dafür, daß die Uniformen wieder vervollständigt wurden und Ersatzteile für die defekte Motorspritze aus der damaligen SBZ beschafft werden konnten, um die Motorspritze wieder funktionsfähig zu machen. Im September 1957 wurde eine weitere Motorspritze angeschafft. Diese wurde ab 1957 nicht mehr durch einen Trecker, sondern durch ein Auto zum Einsatzort gezogen. Im gleichen Jahr kaufte die Gemeinde einen geschlossenen Treckeranhänger, Schläuche und weitere Geräte konnten ebenfalls damit befördert werden. Die Versorgung mit Löschwasser wurde durch Feuerlöschteiche, Gräben und andere Gewässer gewährleistet, bei langen Trockenperioden gab es häufig Plobleme in dieser Hinsicht. Durch den Anschluß an die zentrale Wasserversorgung (1968) hat sich das Problem der Löschwasserversorgung erheblich verbessert. Ein gut verteiltes Netz von Hydranten sorgt dafür, das jedes Haus im Dorf im Brandfall mit Wasser versorgt werden kann. Am 9. Januar 1966 übergab Bürgermeister Hans Struve das erste Feuerwehrauto (Type: LF8/TS8) an Wehrführer J. Reese. Dieses neue Löschgruppenfahrzeug erlaubte es, 9 Feuerwehrmänner, eine tragbare Spritze, dieverse Schläuche und anderes Gerät mitzunehmen. Vorne am Fahrzeug war außerdem eine vom Motor angetriebene Pumpe montiert.

                               

Da das alte Spritzenhaus für die Ausrüstungsgegenstände der Feuerwehr nicht mehr genug Platz bot, wurde ein neues Gerätehaus nötig. Ein Anbau an das Gemeindebüro brachte eine wesentliche Verbesserung, im September 1967 konnten die "Blauröcke" umziehen. Im Jahre 1982 übergab die Gemeinde eine neue Motorspritze. Die TS8 verfügte über einen elektrischen Startknopf. Bürgermeister J. Lafrenz ließ es sich nicht nehmen, sie erstmals zu starten. Als erste Wehr im Amt stellte sich Wehrführer H.Sendel mit seinen Feuerwehrkameraden einer Kommision zur Abnahme des Bronzenen und später des Silbernen Beils. Beide Leistungsnachweise beinhalten für die Bewerung sowohl die Ausrüstung als auch das Verhalten der Wehr im Einsatzfall. Am 21.September 1985 überreichte Kreisbrandmeister Böttger das Bronzene, am 10.Oktober 1986 wurde das Silberne Beil in Empfang genommen. 1987 erhielt die Feuerwehr wiederum ein neues zu Hause. Sie bezog einen wesentlich größeren Raum im neuen Gemeindezentrum, wo auch ein neues, nach modernsten Gesichtspunkten ausgerüstetes neues Feuerwehrauto seinen Platz fand. Der alte Geräteraum dient seitdem dem Gemeindearbeiter als Domizil.

                                                    

Bevor das neue Gemeindezentrum erbaut werden konnte, mußte das baufällige zweite Breiholzer Schulgebäude abgerissen werden. Die Abbrucharbeiten wurden von der Feuerwehr durchgeführt. Die Gemeinde entlohnte diesen besonderen Einsatz mit einem Zuschuß in die Kameradschaftskasse.

Seit ihrer Gründung vor über 100 Jahren feierte die Feuerwehr etliche Jubilaen. Am 28. Mai 1899 wurde das 10jährige Bestehen in Verbindung mit dem VII.Kreisfeuerwehrtag in Breiholz begangen. Bei diesem Fest waren von 16 freiwilligen Feuerwehren im Kreis 14 in Breiholz vertreten. Im Jahre 1949 fand das 60jährige Stiftungsfest statt. Das 50jährige Jubiläum, welches im Jahre 1939 schon in der Planung gewesen war, mußte wegen des Krieges ausfallen. Das 75jährige Bestehen im Jahre 1964 war verbunden mit einer Leistungsbewertung. Vier neutrale Gutachter, die Wehrführer aus Hamdorf und Hohn, ein Brandmeister aus Rendsburg, sowie der Oberbrandmeister aus Büdelsdorf bewerteten den Zustand des Gerätehauses, der Löschgeräte und ein Brandmanöver bei der Schmiede von Carl Rönnau (heute Kakelberg 1). Mit 202,25 Punkten erzielte die hiesige Wehr ein hervorragendes Ergebnis( 160 Punkte waren nötig, um die Bronzene Leistungsplakette zu erhalten). 1975 wurde das Amtsfeuerwehrfest des Amtes Hohn in Breiholz durchgeführt.

 1979 feierte die Breiholzer Wehr ihr 90jähriges Bestehen. Das 100jährige Jubiläum im Jahre 1989 ist vielen Breiholzern sicherlich noch in guter Erinnerung.

                                                      

Die angeführten Festlicheiten fanden stets unter großer Beteiligung der Dorfbevölkerung statt. Das Dorf war jedesmal mit vielen hübschen Ehrenpforten und aufgehängten Girlanden geschmückt. Schon Tage vor dem Ereignis herschte im Dorfe ein reges Treiben, beim Holen von frischem Grün, beim Kranzbinden und beim Aufstellen der Jubiläumspforten gab es häufig das erste feuchtfröhliche Ereignis. Am Festtag hat Breiholz ein buntes Bild zu Ehren des "Geburtstagskindes Feuerwehr " und der anwesenden Gäste. Durch ihre Mühe demonstrierte die Bevölkerung ihre Verbundenheit mit den " Männern im blauen Rock".

Die Breiholzer Wehrführer seit 1889

von bis  
1889 1892 Thies Struve
1892 1893 Christian Bleß
1893 1920 Thies Struve
1920 1924 Johannes Giese
1924 1928 Hans Sendel
1928 1934 Jürgen Junge
1934 1936 Klaus Kolb
1936 1945 Johannes Vollert
1945 1949 Heinrich Mißfeldt
1949 1950 Hinrich Steen
1950 1964 Hans-Jakob Rohwer
1964 1971 Johannes Reese
1971 1988 Helmut Sendel
1988 1990 Hans Groth

1990

2009 Claus-Hermann Junge

ab 2009

  Claus Junge

                                           

                                                                                          110 Jahre Freiwillige Feuerwehr  - 1999-

 

           

                                                                                                                             Gruppenfoto Juni 2011

 

Die Fahne der Feuerwehr

Anläßlich eines Besuches der hiesigen Feuerwehr beim Musikverein Burgstetten (1984) war Musikzugführer W.Rönnau aufgefallen, daß fast alle anwesenden Musikvereine eine eigene Fahne besaßen.

                                          

W. Rönnau stellte daher auf der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr 1986 den Antrag, auch für die Breiholzer Wehr eine Fahne anzuschaffen. Dem Wunsch wurde zugestimmt. Bürgermeister O.Struwe gewann den Architekten Potthast als Spender. Nachdem sich Gemeinderat und Wehrvorstand über Größe und Aussehen verständigt hatten, konnte das neue Emblem am 16.Juli 1989 durch Kreisbrandmeister J.Böttger in Anwesenheit zahlreicher Gäste geweiht werden.